Musik-Imaginative Schmerzbehandlung

 

 

Gegen chronische Schmerzen kann ein Behandlungsverfahren allein oft nur wenig ausrichten, deshalb lohnt es sich: weiter suchen, dran bleiben, ausprobieren, was am besten hilft.

 

 

Diese neue Kurztherapie, entwickelt von den Amerikanerinnen Dr. J. Bradt und Prof. Dr. Cheryl Dileo wird erst seit Kurzem in Deutschland von Prof. Dr. Susanne Metzner gelehrt , erweitert und von speziell ausgebildeten Musiktherapeuten angewandt.

 

 

Was bedeutet "Musik-imaginative Schmerzbehandlung"?

Patient und Therapeut erschaffen gemeinsam eine Musik, die den Schmerz des Patienten symbolisch darstellt (imaginiert) und suchen dann dazu eine passgenaue "Linderungs-Musik". 

Dabei entsteht eine einmalige, ganz individuelle Musik, die die Schmerzwahrnehmung des Patienten so verändern kann, dass ein jahrelanges Leiden erträglicher wird und im besten Falle sogar ganz verschwindet.

 

Für welche Schmerzen ist diese Behandlung geeignet?

Die Musik-Imaginative Schmerzbehandlung ist angebracht bei Schmerzen unterschiedlichster Art und Dauer. Eine sorgfältige Diagnose und Therapie ersetzt sie nicht. Jedoch kann sie das subjektive Schmerzerleben beeinflussen und ist besonders dann von Interesse, wenn sich die Schmerzen verselbständigt haben und ihre Ursache nicht behoben werden kann.

 

Wie ist der Behandlungsablauf?

Nach ausführlicher Anamnese wird für den Schmerz eine Entsprechung in anderen Sinnesqualitäten gesucht  (wie könnte er aussehen, sich anfühlen, welche Form haben ....) und dann beginnt die Suche nach Klängen bzw. Geräuschen, die dem Schmerz am ehesten entsprechen, ihn imaginieren. Das hört sich kompliziert an, gelingt aber Jedem unabhängig von musikalischer Begabung. 

Mit den ausgewählten Klängen "komponiert " die Therapeutin dann für den Patienten eine „Schmerzmusik“. Ebenso wählt der Patient Klänge aus für die individuell zu komponierende "Linderungsmusik“.

Die eigentliche Anwendung besteht darin, dass die Therapeutin für den Patienten dessen individuelle "Schmerz-" und "Linderungsmusik" spielt, wobei der Patient durch vorher verabredete Zeichen das Spiel der Therapeutin so lenkt, dass die gespielte Musik genau seiner Vorstellung entspricht. 

Die Musik wird aufgezeichnet und dem Patienten als CD zur Verfügung gestellt. Die eigentliche Wirkung geht jedoch von der Life-Musik aus. Die CD dient eher der Erinnerung. Die "Schmerzmusik" ist darüber hinaus ein hörbares  Beweismaterial für die Schmerzen. Und die "Linderungsmusik" kann beliebig oft als Entspannungsmusik benutzt werden.

Hier beispielhaft zwei kurze Ausschnitte aus  je einer "Schmerz-" und einer  "Linderungs-Musik".  In der "Schmerzmusik" ist deutlich das Unbehagen zu hören und  in der "Linderungs-Musik" die vom Patienten als wohltuend empfundenen Klänge. Diese Musik ist auf andere Patienten und andere Schmerzen selbstverständlich nicht anwendbar.   

 

Beispiel 1 "Schmerzmusik 1" "Linderungsmusik1" Beispiel 2  "Schmerzmusik 2" "Linderungsmusik 2"

Was ist von der Schmerzbehandlung zu erwarten?

In der Regel besteht eine Behandlung aus drei (je 60 Minuten) oder vier (je 45 Minuten) Sitzungen. Ob der Schmerz ganz verschwindet, gelindert wird oder sich lediglich anders (weniger unangenehm) anfühlt oder, was auch möglich ist, alles beim Alten bleibt, ist nicht voraus zu sagen. Mitunter verschwindet ein jahrelang quälender Schmerz durch die Behandlung schlagartig und dauerhaft. 

Manchmal führt diese Kurz-Therapie auch zur Empfehlung einer anschließenden psychotherapeutischen Behandlung, um tiefer liegende seelische Schmerz-Ursachen oder Schmerz-Verstärker aufzuspüren.

 

Wie ist die Wirkung der MIS zu erklären?

Die bisherigen Forschungsergebnisse* legen nahe, dass die MIS eine Veränderung in der Schmerzverarbeitung des Gehirns bewirkt, dass die Schmerzsignale durch die sehr ähnliche Musik gewissermaßen überlagert werden. Die Frage, was genau passiert dabei im Gehirn und welche zusätzlichen Faktoren bewirken den Behandlungserfolg, der nicht vorhersagbar ist, soll durch weitere Forschungen geklärt werden. 

*Zeitschrift PAIN (M. Hauck, S. Metzner u.a.) "The influence of music and music therapy on pain-induced neuronal oscillations measured by magnetencephalography" VOlume 154, Issue 4, Page 539-547, April 2013

 

Was kostet die Behandlung?

Der Regelsatz in meiner Praxis beträgt 50€ für eine Stunde.

 

 

 

Selbsterfahrung, Musik und Bewegung

 

 

Gemeinsames Musizieren bringt einander oft näher als Reden. Im gemeinsamen Spiel können belastende Alltagssituationen auf spielerische Weise dargestellt werden, die sich dann auf das reale Leben auswirken. 

Durch Handlung gemachte Erfahrungen prägen sich dem Gedächtnis besser ein als Worte. Sie ermöglichen das Erleben der eigenen Kreativität und stärken das Selbstwertgefühl.

 

Die Musikinstrumente sind so ausgewählt und gestimmt, dass man darauf ohne Vorübung spielen kann.

 

 

 

 

 

Musizieren mit Selbsthilfegruppen

 

Musiktherapie aktiviert den ineren Arzt und kann so den äußeren Arzt unterstützen.

Wenn eine schwere Krankheit Menschen aus dem seelischen Gleichgewicht geworfen hat, ist es mit Operationen und Medikamenten allein nicht getan. "Hirn steuert Heilung",  so Prof. Gerd Nagel. Deshalb muss durch Zuspruch von außen und durch Rückbesinnung auf die eigenen Kraftquellen der Innere Arzt geweckt werden. Das bedeutet, alle Fähigkeiten des Körpers in Richtung (Selbst-) Heilung zu programmieren.

Um dies zu erreichen, finden die Betroffenen ganz unterschiedliche Wege.

Musizieren in einer (Selbsthilfe-) Gruppe ist einer dieser Wege der hilft, Hoffnungslosigkeit zu überwinden und die gesunden Persönlichkeitsanteie zu stärken. Es richtet den Blick auf die schönen Seiten des Lebens und weckt Kreativität, oft sehr zum Erstaunen der Beteiligten, die zumeist vorher nie selbst ein Instrument gespielt haben.

Deshalb mache ich seit Jahren mit unverminderter Freude Musik mit Krebserkrankten.

Auch völlig Ungeübte erleben hier:

Gemeinsames Musizieren stärkt Selbstvertrauen und Lebensmut.

Gemeinsames Trommeln zum Beispiel, wirkt befreiend Es schafft Verbundenheit auch ohne Worte und es macht Freude, ganz gleich, ob man mit trommelt oder lediglich die Hände über das vibrierende Trommelfell hält.  

Die vielfältigen Klang- und Rhythmus-Instrumente, die wir benutzen, sind so ausgewählt, dass sie von Jedem ohne Vorübung oder besondere musikalische Begabung gespielt werden können.

 

 

Die Selbsthilfegruppe für Krebspatienten in Potsdam trifft sich jeden 3. Montag im Monat von 14:00 - 15,30 Uhr in den Räumen der Brandenburgischen Krebsgesellschaftspan (http://www.krebsgesellschaft-brandenburg.de") zum gemeinsamen Musik-hören, Musizieren und manchmal auch Singen. Neue Teilnehmer/innen sind herzlich willkommen!

Sie können gern einmal (kostenlos) hinein schnuppern und ausprobieren, ob Ihnen das gefällt (regulär 2€ für einen Termin)

 

Wegen begrenzter Kapazität bitten wir um telefonische Anmeldung: 0331-864806 oder 033201-31473.

 

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© Lieselotte Dreusicke